Aktionstag für eine bürger-offene Trainierbahn

Die Neuenhagener „Trainierbahn“ war früher einmal eine der drei Trainingsbahnen für die Hoppegartener Galopp-Rennbahn. In Zeiten immer stärker werdender Siedlungsverdichtung hat sie sich immer mehr zu einem Ort der Erholung und des Freizeitsportes entwickelt.

Doch dies und der sich erfreulich entwickelnde professionelle Rennsport muss sich nicht ausschließen. Das finden NABU, BI Greenpark und Bündnis 90 / Die Grünen und haben heute zu einem vielseitigen Aktionstag auf der Trainierbahn eingeladen.

Den Auftakt machte eine morgendliche Vogelstimmenwanderung mit Dr. Hartmut Kretschmer und einem anschließenden Frühlingsliedersingen mit dem Neuenhagener Männerchor „Frohsinn 1880“. Um 10 Uhr startete die Nordic-Walking-Gruppe und die Forstkundliche Wanderung mit Forst-Ingenieur Matthias Poeszus, weiterhin dabei die Kinder-Ponyreitgruppe vom Reiterhof Günther, Herr Laube mit seiner Schafgruppe und das NAJU-Naturschutzcamp auf dem Haustierhof.

Im Folgenden einige Eindrücke von der forstkundlichen Wanderung durch das an die Trainierbahn angrenzende Waldgebiet. Im Mittelpuntk stand eine kritische Begutachtung der letzten Durchforstungs- und Fällmaßnahmen des Flächeneigentümers, aber auch naturkundliche Hinweise.

Start an der Hönower Chaussee …

Forstingenieur Poeszus erläutert fachlich bedenklich vorgenommene Durchforstungen. Hier hätte Eichen- und Buchsetzlinge nachgepflanzt und der Bestand der spätblühenden Traubenkirsche niedrig gehalten werden müssen.

Ein durch Lichtarmut entstandener artenarmer Boden. Es fehlen zum Beispiel Waldanemone, Scharbockskraut und viele mehr …

Was manchmal „unordentlich“ aussieht, hat viele Funktionen. Gestrüpp und Totholz führen dem Boden neue Nährstoffe zu, schüzten Eichen- und Buchentriebe vor Wildverbiss und den Boden vor zusätzlicher Austrocknung durch Wind.

Ein Waldabschnitt, der einem typischen Bauernkiefernwald ähnelt. Solche Wälder wurden früher durch die Landbevölkerung stark genutzt. Die locker stehenden Kiefern erhielten durch gute Lichtverhältnisse eine knorrige und gedrungene Wuchsform.

Eichentriebe inmitten eines Kiefernbestandes? Hier war der Eichelhäher am Werk. Eichelhäher vergraben gezielt Eicheln für die Nahrungsvorsorge. Solche austreibenden Eicheln bezeichnet man als Häher-Eicheln.

Ein Waldabschnitt mit Hudewald (Hütewald) – Charakter. Auf Betreiben des NABU wurde hier auf maschinelle Durchforstung verzichtet und nur manuell gefällt und Bäume mit Pferden statt mit schwerem Gerät „gerückt“. Regelmäßig werden Schafe durch den Wald getrieben, um den Pflanzenaufwuchs kurz zu halten. Viele wärmeliebenden Pflanzen und Tiere benötigen sonnenbeschienene Waldbodenflecken.

Die im Boden Stickstoff bindenden Robinie kann für Pflanzen, die nährstoffarme Böden lieben, ein Problem sein. Hier gibt es diese jedoch nicht. Diese Robinien sind bereits an ihr Lebensende gekommen und werden oft als Bruthöhlen genutzt. Nicht jeder „untypische“ Baum muss unbedingt gefällt werden.

In einem bestimmten Waldgebiet gibt es auffällig viele Ameisenhaufen. Hier konnte dem Eigentümer ein weitgehender Verzicht auf eine Durchforstung abgerungen werden. Die Baue der Ameisen reichen unterirdisch weit über den eigentlichen „Haufen“ hinaus. Man sollte sich ihnen daher nicht unbedingt nähern, um die unsichtbaren Bau-Teile nicht zu zertören.

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