Faina Dombrowski und Anton Wulke (Bündnis 90 / Die Grünen) fordern mehr Unterstützung für die Gewerbetreibenden in Neuenhagen" Foto: Maria Myszkowski

Keine Förderung für Neuenhagens Wirtschaft

Gerade die kleinen Gewerbetreibenden in Neuenhagen leiden enorm unter den Folgen von Lockdown und Auflagen. Ihre Hoffnung auf Unterstützung durch die Gemeinde wird allerdings enttäuscht. Gemeindevertreter fordern daher ein Wirtschaftsförderungsprogramm.

Neuenhagens Kämmerin Anja Hauche berichtete in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung von erfreulichen Entwicklungen der Gewerbesteuereinnahmen. Coronabedingte Einbrüche traten nicht in dem Maße ein, wie ursprünglich befürchtet. Das lag jedoch hauptsächlich an im Ort ansässigen Großunternehmen, deren Tätigkeit von der Krise kaum betroffen war. Dramatischer sieht die Lage allerdings bei den kleinen Unternehmen aus, die das Ortsbild Neuenhagens prägen. Von Friseur und Kosmetik, über Fitnessstudios, Tanz- und Musikschulen, Restaurants bis hin zum kleinen Einzelhandel – ihnen allen stecken die Schließungen im Frühjahr und die aktuellen Einschränkungen noch in den Knochen. Diejenigen, die den ersten Lockdown gerade noch so überlebt haben, überstehen eine zweite Welle nicht.

Vor diesem Hintergrund hat sich Faina Dombrowski (Bündnis 90/Die Grünen) bereits im Mai in der Sitzung des Kultur- & Sozialausschusses für eine Stärkung der Unternehmen eingesetzt. „Gerade die kleinen Gewerbetreibenden leisten einen großen Beitrag zur Attraktivität des Ortes, der kulturellen Infrastruktur und der Vielfalt. Sie machen Neuenhagen lebens- und liebenswert.“ schwärmt sie. „Wir dürfen sie in dieser schweren Lage nicht einfach mit ihren Problemen allein lassen. Soll die Gartenstadt so bleiben, wie sie ist, reicht es nicht aus, auf die Förderprogramme des Bundes und der Länder zu verweisen oder Stundungen anzubieten, die den Schuldenaufbau fördern. Neuenhagen kann mehr!“ meint Dombrowski.

Auch Gemeindevertreter Anton Wulke (Bündnis 90/Die Grünen) forderte mehr Initiative der Gemeinde und schlug das Einschalten der Wirtschaftsförderung vor. Vier Monate später will er nun über eine offizielle Anfrage von der Verwaltung wissen, wie der aktuelle Stand der Bemühungen ist und wird enttäuscht. Über gestundete Mieten und die Entlastungen durch die reduzierte Mehrwertsteuer hinaus, ist die Gemeinde nicht willens, den Gewerbetreibenden zu helfen. Diese Maßnahmen wurden allerdings nicht von Neuenhagen initiiert, sondern von Bund und Ländern. Wulke ist entsetzt „Dem Bürgermeister ist nicht bekannt, wie die wirtschaftliche Lage der Gewerbetreibenden tatsächlich aussieht, er gibt aber an, mit ihnen im Gespräch zu sein. Gleichzeitig war er allerdings selbst seit Februar auf keiner Sitzung des Gewerbeverbands. Hier wird verkannt, welche Bedeutung unsere Unternehmen im Ort und welche Verantwortung wir ihnen gegenüber haben“. Wulke kündigt an, weiterhin für die Unterstützung der Gewerbetreibenden zu kämpfen und fordert endlich Ideen aus der Verwaltung.

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